Bürokratieabbau durch Liberalisierung der Sprache?

10/02/2010

Weshalb die FDP Zürich nur zwei Antibürokratie-Initiativen publiziert, kann ich nicht verstehen, denn wenn ich ihre Website www.bürokratieabbau.ch durchlese, bräuchte es allerdringendst die Inititative für die konsequente Liberalisierung der Sprache à la FDP!

gefunden unter  http://www.buerokratieabbau.ch/index.php/initiative-ladenoeffnungszeiten/worum-es-geht

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Der Markt wird es regeln...

Die Sprachliberalisierung à la FDP ist erfreulich oder doch eher nicht? Will die FDP als Spar-Rollenvorbild Furore machen – der SVP muss ja eine Partei die Meisterin zeigen – und ist desewegen auf billigst Teilzeit-Pisa-Durchgefallene zu prekären Erwerbskonditionen ausgewichen?

Slogan: Wir wollen verändern...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Wir wollen verändern...

Nicht unähnlich wie das bezüglich Erwerbsverhältnissen in vielen Verkaufsgeschäften bereits heute der Fall ist und absolut nicht kompatibel mit Betreuungssituationen oder einem Studium, ganz entgegen dem Argumentarium der FDP? Denn wieviel % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet freiwillig nachts, Schicht und sowieso zu prekären Konditionen?

Vielleicht zum Sozialtarif von 20 Rappen pro Satz, dafür ist Grammatik, die Rechtschreibung & Blocksatz egal, die Bedienung der Textverarbeitung sowieso. Hauptsache es ist was zum Lesen da, die Lesenden werdens ja sowieso nicht bemerken oder nicht lesen, da sie ja auch dasselbe Schulsystem durchlaufen sind wie die Schreibenden…

Slogan: Wofür wir kämpfen...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Wofür wir kämpfen...

Oder soll es den aktuellen Generationen von SchülerInnen als abschreckendes Beispiel dienen, wie sie NICHT schreiben sollen? Analog der abschreckenden Sätze auf den Zigarettenpackungen?

Oder wollen sie die LehrerInnen entlasten und haben für sie bzw ihre SchülerInnen auf ihren Websiten plus einigen PDFs deshalb optimierte Rechtschreibekorrigier-Vorlagen erstellt?
Judihui, wer findet (zuerst) die vielen Fehler? Mir ist nicht klar, wie ich das Ganze interpretieren soll.

Untenstehendes lese ich auf der Seite „3 Gründe gegen die Bürokratie“, stutze, lasse es mir auf der Zunge vergehen und frage mich, wo ich denn meinen Drittel Einkommen an Steuern, Gebühren und Abgaben abholen gehen kann? Bei der entbürokratisierten FDP? Solcherlei kommunistischen Ansätze hegt ja nicht mal die SP oder andere linke Parteien! Hut ab vor soviel Engagement für die Steuerzahlenden dieses Staates! Aber wer das finanzieren soll…

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: es braucht klare Worte...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Es braucht klare Worte...

Was das mit den Steuern, Abgaben & Gebühren mit Bürokratieabbau zu tun haben soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Oder ist dieser Drittel im Soge der 69 Milliarden, die der UBS damals ohne Vorbehalte, Einschränkungen und bedingungslos  zugesteckt wurden, nun als kleiner Zustupf für Mittelstandsfamilien, sozusagen als Schweigegeld zu verstehen? Dafür wird nun bei den SozialhilfeempfängerInnen, AsylantInnen, etc. nun jeder ausbezahlte Fünfer mindestens dreimal geprüft, womöglich wiedermal das sonst schon bescheidene Taschengeld gekürzt, mit fünf Unterschriften versehen, um die diesbezüglich potentiell erwarteten Verluste wieder aufzufangen…

Da können wenige gierige Personen, hauptsächlich InvestmentbankerInnen die gesamte Wirtschaft an die Wand fahren, Millionen, nein Milliarden von Menschen weltweit verlieren deswegen ihren Job, rutschen Richtung Armut, finden keine existenzsichernde Stelle mehr, höchsten noch eine prekäre Anstellung auf Abruf bei voll liberalisierten Geschäften, um die Schönwetterspitzen abzudecken, ihre hart erarbeiteten Sparbatzen haben sich in Luft aufgelöst, ihre Altersvorsorge genauso… In der Schweiz wird deswegen demnächst über die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes abgestimmt, damit die Versicherungen ihre relativ hohen Aufwände weiterhin abbuchen können (ist das auch eine Art Schweigegeld, finanziert von der ewerbstätigen Bevölkerung?), die Banken werden mit Milliarden vor dem Untergang bewahrt, aber Auflagen, Auslegeordnung der Finanzen, Vorschriften bezüglich Vermögen oder Kontrollen, genau das, was bei jeder Sozialhilfebezügerin, jedem Sozialhilfebezüger im Falle von Unterstützung gnadenlos durchexerziert wird, um Scheinsozialfälle vom staatlichen Topf fernzuhalten, um „Unnötiges“ nicht zahlen zu müssen, um zu sparen, nein, das gilt für Banken nicht. Okey, die bezogen damals ja auch nicht nur zwei Tausend Franken pro Monat sondern benötigten fast 70 Milliarden und zwar sofort. In der Schweiz. Weit mehr anderswo.

Mehrere Milliarden an Boni wurden unverständlicherweise kurz nach dem finanziellen Desaster ausbezahlt, sprich, die staatliche Unterstützung wurde mindestens teilweise in Boni umgewandelt und auch demnächst fliessen sie wieder, diese Anreize, mit meinem Pensionskassengeld, meinem Gesparten und dem von Millionen anderen Erwerbstätigen zu spekulieren, wieder sich Richtung Abgrund bewegen. Daraus ist exemplarisch sichtbar, wie wunderbar der von der FDP vielgepriesene „freie Markt“ wirklich funktioniert…
Dafür sind die 10 Milliarden, die kaum eine Jahresrunde Boni ausmachen, die von den Banken benötigt würden, um den Sparkapitalschutz von CHF 100’000.- pro Person in der Schweiz sicherzustellen, viel zu teuer – hey Leute, ich versteh die Welt nicht mehr!
Auch heute noch werden Boni in Milliardenhöhe ausgeschüttet von der Bank die am staatlichen Topf hängt, obwohl noch nicht das ganze Geld, das eingeschossen wurde, zurückbezahlt ist! Und gleichzeitig sind die durchschnittlichen Löhne der InvestmentbankerInnen, wie ich heute in der Zeitung lese, von 271/- jährlich auf 355/- jährlich gestiegen…. ich bin da wohl voll im falschen Film?

Aus der Webseite - Slogan: Für ein liberales System...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Für ein liberales System...

Zurück zu der sprachlich liberalisierten Bürokratieabbau-Initiativen-Website der FPD Zürich. Dass mehrere Personen dran gearbeitet haben, ist aus dem pseudomaskulistischen Schreibstil ersichtlich: bei den Gebäudesanierungen sind die Frauen in knapp homöopathischen Dosen sichtbar, genauso im „Hintergrund“, bei den Ladenöffnungszeiten immerhin ab und zu, hauptsächlich dort, wo prekäre Erwerbsverhältnisse angeboten werden sind sie nicht explizit ausgeschlossen…
Aber bis zur die Kundin ist Königin hats bei weitem nicht gereicht, das wird noch ein langer steiniger Weg.

Optimistisch gesehen hat die FDP Zürich bezüglich sprachburkafreiem Deutsch ein noch etwas höheres Entwicklungspotential als bei der Rechtschreibung, Blocksatz & Textverarbeitungsbedienung! Wir können nur hoffen, dass sie diese Herausforderung genauso konsequent umsetzen will wie ihre Initiativen!
Quellenangaben
Sämtlichen hier verwendeten Textausschnitte enstammen der Webseite www.bürokratieabbau.ch und waren auch am 10. Februrar 2010 noch vorhanden – anscheinend hat sich bis anhin noch niemand an der liberalisierten deutschen Sprache gestört…

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Werbemails in Sprachburka – II

17/11/2009

Seitens hotel24.eu ist immer noch Stillschweigen. Auch der Blick in den Spamordner hat keine Antwort zutage gefördert. Deshalb nochmals geschrieben auch an info@optivel.de, woher der ganze Sprachburka-Müll zu kommen scheint. Dafür haben die eine noble Adresse an der Bahnhofstrasse in Zürich…

news-magazin.ch sendet mir trotz vesprochener Streichung meiner Mailadresse munter weiterhin Spamletters zu. Da habe ich nachgehakt – immerhin, das mit der Sprachburka hat sich etwas gebessert!

Demoscope hat sich auch letzthin gemeldet, dass sich die/der Sehr geehrte/er Frau/Herr Eisenlohr dazu bereiterklärt habe, ihren Online-Fragebogen zu Versicherungen auszufüllen. Nur, heisse ich weder so noch habe ich mich zu irgendwas bereit erklärt.
Die Website von demoscope.ch habe ich relativ schnell und angewidert geschlossen, weil es dort nur so von Sprachburka trieft. Der Sprache nach, wollen die keine Kundinnen, können darauf verzichten, doch weshalb schreiben sie mir dann? Das verstehe ich nicht
Zudem, wo bleibt der Datenschutz, wenn ich mit Eisenlohr angeschrieben werde?
Hmmm…

Auch so ein Fall ist my-store.ch. Die versenden ihre Spamletters an mich, obwohl sie auf Kundinnen verzichten können, gemäss ihrer WebSite-Terminologie. Die versenden ihre Spamletters zudem unter Mailadressen, die nicht als Empfangsadressen gültig sind. Bin ja mal gespannt auf diese Antwort.

Bei microspot.ch habe ich mal was bestellt und an eine andere Person senden lassen. Da sind die Newsletter angeschrieben mit Sehr geehrter Herr xy… obwohl die Newslettermailadresse eindeutig als weiblich deklariert ist. Das ist in Abklärung. Mein Hinweis auf die Sprachburka, dass ich als Mann angeschrieben werde, obwohl ich mich als Frau anmelde, wurde in die technische Abteilung weitergeleitet. Mal schauen, wie das rauskommt.

Bei der Swiss bzw. Miles and More haben sie meiner Meinung nach ein krasses Datenschutzproblem. Weshalb sonst werde ich in besagten Mails immer mit Frau Brunner angeschrieben und der Prämienmeilenstand flattert regelmässig rein? Im Prinzip müssten die Schmerzenmeilen heissen oder Spammeilen. In der Zwischenzeit knapp 6000 – kann mich jedoch nicht erinnern, innerhalb der letzten paar Jahre eine geschäftliche Beziehung mit einer dieser Firmen gehabt zu haben, mal ganz abgesehen vom falschen Namen.
Habe mal dem swiss_shop@swiss.com geschrieben, der mich genauso falsch anschreibt und wo ich mich nie anmeldete. Genauso wie miles and more sowie der datenschutzbeauftragen Person von Swiss.
Von Lufthansa.com ist umgehend das Bounce-Mail zurückgekommen mit dem Hinweis, dass ich auf der Hilfe-Seite mich informieren soll, wo das hingesendet werden kann. Ich weiss aber nicht, welche Mailadresse nicht funktionierte, die ich anschrieb… Kooler Laden das!
Selbstverständlich auch in Sprachburka formulierte WebSite.

Unter Datenschutz verstehe ich, egal bei wem ich mich anmelde, ich möchte sicher sein können, dass wenn ich mich in der Mailadresse vertippe, dass nicht irgendwelche mir unbekannten Personen meine Infos erhalten oder wenn ich meine Mailadresse vergesse bzw. verliere, dass plötzlich anderen Zugang zu meinem Konto gewährt wird oder sogar deswegen unter meinem Namen handeln können.
Wie kürzlich bei Ebay geschehen.

Fortsetzung folgt!
Garantiert…


Werbemails in Sprachburka – I

09/11/2009

Eine meiner Mailadressen wird häufig von mir wildfremden Personen benutzt – bewusst oder unbewusst. Mit dieser Mailadresse hab ich schon allerhand erlebt und werde täglich mit x Spamlettern eingedeckt – sie tarnen sich zwar als Newsletters, aber meine Einwilligung, die zu erhalten, habe ich jedoch nie gegeben!

Auch viele weitere Datenschutzverletzungen waren dabei – oder möchtest du, dass wenn du einen Tippfehler in deiner Mailadresse machst, dass plötzlich wildfremde Leute deine Mails erhalten, allenfalls übers Login der betreffenden Website auch deine Daten abfragen können, weil das mies eingestellte System einfachste Tippfehler nicht abfangen kann?

Wie ich feststellte, sind die meisten diesbezüglichen Spamletters in meist einwandfreiem Sprachburka geschrieben, das ich ab sofort als Synonym für maskulistisches Deutsch genauso wie pseudomaskulistisches Deutsch verwende.

Laufend werde ich über die entsprechende Korrespondenz hier informieren.

Letzte Woche habe ich habe zwei der Mailabsendenden angeschrieben und sie sie auf ihr Sprachburka aufmerksam gemacht. Auch, dass ich ihr Spamletter nie bestellte und dass ich an den Infos nicht interessiert sei, solange sie nur in Sprachburka angeboten werden. Mit der Schlussfolgerung, dass sie meine Mailadresse streichen sollen. Einzig die Erlaubnis erteilte ich, mich ein Mal noch zu kontaktieren, sobald ihr Angebot auch in Sprachburkafrei verfügbar ist, damit ich mir überlegen kann, ob ich den Newsletter nun aktiv bestellen will oder nicht.

hotel24@hotel24.eu
die haben bis heute noch nicht geantwortet…
Da werd ich nachhaken.

info@news-magazin.ch
die haben sofort geantwortet, sogar die Newsletterbestellseite auf Sprachburkafrei umgestellt. Aber die restliche WebSite sowie der Inhalt des Newsletters trieft von Sprachburka, das Muster siehe weiter unten.

Mich erstaunt hierbei folgender Ausschnitt aus dem Konzept

Versand
Der Newsletter wird an deutschsprachige eMail Kontakte versendet. Die Inhaber der eMail-Adressen haben sich offiziell durch das Double Opt-in Verfahren angemeldet. Dadurch werden nur Kunden den Newsletter erhalten, welche interessiert sind an Ihrer Information und Werbung.

Weshalb ich dann diesen Spamletter bekommen hab, obwohl ich daran ja gar nicht interessiert bin und definitiv auch nie meine Einwilligung dafür gegeben habe…
oder liegt es daran dass die Mailadresse klar als die einer Frau erkennbar ist?

Gibt noch viel zu tun!


Das lange Suchen nach dem sprachburkafreien Blog

07/11/2009

Ich war lange auf der Suche nach einem Blog, das Frauen genauso selbstverständlich als Individuen anspricht sowohl bei der Anmeldung als auch in den Nutzungsbedingungen wie es bei den Männern seit jeher üblich ist.

Bei WordPress mit Englisch als voreingestellte Sprache werden auch Frauen als Individuen angesprochen. Das ist nun mein Kompromiss, um überhaupt einen Blog starten zu können. Mir ist bewusst, dass in der deutschen Version voll die Sprachburka zum Tragen kommt!

Logo SPRACHBURKAFREI

Logo SPRACHBURKAFREI

Sprachburkafrei heisst nicht, dass die Sprache deswegen viel komplizierter bis unleserlich sein muss, als burkaverhüllendes Deutsch. Wird Sprache kreativ angewendet passieren spannende Dinge – Sprache ist ja sowieso etwas Lebendiges, weshalb also nicht mehr in diese Richtung an Lebendigkeit zeigen?

Wir sind ja schliesslich keine Amis, die, wie in Afghanistan geschehen, Frauenopfer bringen, zulassen, dass sie komplett entrechtet werden, entmenschlicht und sie hinter Burkas verstecken, um die eigenen Interessen voranzutreiben.
Der Frauenopfer sind genug, die Zeit ist reif, der deutschen Sprache ihre Burka auszuziehen!

Nun bin ich auf der Suche nach einem passenden Logo, aber Zeichnen, Designen usw. ist nicht wirklich mein Ding.
Wie sieht dein Vorschlag aus?

Bin ja mal gespannt!