Die Idee

Im Moment ist hierzulande grad der Abstimmungskampf zur Anti-Minaretts-Initiative voll im Gange. Die einfache-Weltbild-Partei hat wiedermal ihre üblichen pauschalisierten Plakate geklebt. Die rote Schweiz mit einigen schwarzen Minaretten, die wie Raketen aussehen sowie einer voll verhüllten Frau.

Das hat mich auf die zündende Idee gebracht: etliche islamische Länder zwingen Frauen sich „sittlich“ zu verhüllen, Gründe werden ja viele angefügt, an manchen Orten bis zur Unkenntlichkeit und so sind Frauen nicht mehr als Individuen erkennbar in der Öffentlichkeit.

Die deutsche Sprache basiert gemäss LinguistInnen auf dem generischen Maskulinum. Das generische Maskulinum bedeutet, wenn eine Männergruppe beschrieben wird, wird in der männlichen Form geschrieben. Wird eine Frauengruppe beschrieben, dann wird in der weiblichen Form geschrieben. Werden hingegen 99 Frauen und 1 Mann beschrieben oder könnte sich in der Frauengruppe ein Mann befinden, wird wiederum die männliche Form benutzt. Frauen sind so in der deutschen Sprache als Individuen kaum sichtbar, nicht unähnlich dem, was teils radikale islamische Verhüllungsvorschriften mit der Erkenntlichkeit von Frauen als Individuen in der Öffentlichkeit machen.

Deshalb hat Text, der die Frauen vielleicht mitmeint, so genau ist das ja nie zu wissen,  die Sprachburka oder auch  die sprachliche Burka übergestülpt.

Demzufolge ist Text, in dem Frauen als Individuen genauso selbstverständlich wie Männer direkt angesprochen sind sprachburkafrei.

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