Aldi in Sprachburkadeutsch

Von Aldi hatte ich vor wenigen Tagen ein riesiges Inserat in den Zeitungen gelesen:

Aldi-Inserat

Liebe Kunden, wir bedauern ausserordentlich den Ausverkauf des All-in-one-PC/Entertainment-Center! Wir wurden total überrannt!

Das All-in-one-PC/Entertainment-Center mit Touchscreen war bedauerlicherweise bereits nach kurzer Zeit in allen ALDI SUISSE-Filialen ausverkauft. Aufgrund der unerwartet grossen Nachfrage haben wir beim Produzenten sofort weitere Geräte nachbestellt! Persönliche Bestellungen dieses Artikels nehmen wir in den nächsten Tagen in jeder ALDI-SUISSE-Filiale entgegen. Unsere Bestellmengen orientieren sich stets nach bestem Wissen und Gewissen an Hand unserer bisherigen Erfahrungen.

ALDI SUISSE hat am 12.11.2009 für Fr. 999.- einen Medion/Akoya-PC im Angebot. Dieser mit Touchscreen-Technologie ausgerüstete PC war bedauerlicherweise innert kürzester Zeit in allen ALDI SUISSE-Filialen ausverkauft. Da die Nachfrage die Vorräte unmittelbar nach der Ladenöffnung um ein Vielfaches überstieg, gingen zahlreiche Kunden leer aus. Wir bedauern diesen Umstand ausserordentlich. Gerne hätten wir allen Interessenten einen solchen PC verkauft. Liegt es doch im ureigensten Interesse eines Detailhändlers, den Kunden die gewünschten Produkte zu verkaufen, statt jene zu enttäuschen. Das Verkaufspersonal hat deshalb gestern in den Filialen die Kundendaten der jeweiligen Interessenten aufgenommen, um diesen bei einer Nachlieferung dennoch die Chance eines Erwerbs zu ermöglichen. Unser Verkaufspersonal wird auch noch in den nächsten Tagen Bestellungen entgegennehmen. Für Sie als Kunde ist eine solche Bestellung unverbindlich.

Aufgrund der ausserordentlichen Nachfrage haben wir bereits eine grössere Nachlieferung beim Hersteller in Auftrag gegeben.

Wir bitten alle enttäuschten Kunden um Entschuldigung! Wir werden versuchen, die Kundenwünsche mittels spezieller Nachlieferungen im Nachhinein bestmöglich zu erfüllen. Wir danken für Ihr Verständnis und für Ihre Treue!

Ihr ALDI SUISSE-Team

Auf Kundinnen will Aldi anscheinend voll verzichten, denn weshalb sonst schreibt diese Firma ihre Kundinnen nicht auch direkt und ohne Umwege an wie sie es für Kunden ganz selbstverständlich praktiziert?

Oder verwendet Aldi Sprachburka-Deutsch? Das stammt ja aus einer zum Glück verflossenen Epoche, als die (verheiratete) Frau noch Eigentum des Mannes war und nichts zu berichten hatte – in der Schweiz wurde dieser beschämende Zustand immerhin vor über 20 Jahren durch das neue Ehegesetz 1988 offiziell beendet.

Eins muss ich Aldi lassen, es ist konsequent in Sprachburka geschrieben und nicht in Pseudomaskulistisch!

Den Newsletter hab ich gleich mal abbgestellt, das brauch ich nicht, da geb ich mein Geld nicht mehr aus – hey, da braucht es eine Verifizierung fürs Abbestellen! Ich fass es nicht…

Ich habe mal geschrieben und warte nun gespannt auf die Antwort.

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