Bürokratieabbau durch Liberalisierung der Sprache?

10/02/2010

Weshalb die FDP Zürich nur zwei Antibürokratie-Initiativen publiziert, kann ich nicht verstehen, denn wenn ich ihre Website www.bürokratieabbau.ch durchlese, bräuchte es allerdringendst die Inititative für die konsequente Liberalisierung der Sprache à la FDP!

gefunden unter  http://www.buerokratieabbau.ch/index.php/initiative-ladenoeffnungszeiten/worum-es-geht

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Der Markt wird es regeln...

Die Sprachliberalisierung à la FDP ist erfreulich oder doch eher nicht? Will die FDP als Spar-Rollenvorbild Furore machen – der SVP muss ja eine Partei die Meisterin zeigen – und ist desewegen auf billigst Teilzeit-Pisa-Durchgefallene zu prekären Erwerbskonditionen ausgewichen?

Slogan: Wir wollen verändern...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Wir wollen verändern...

Nicht unähnlich wie das bezüglich Erwerbsverhältnissen in vielen Verkaufsgeschäften bereits heute der Fall ist und absolut nicht kompatibel mit Betreuungssituationen oder einem Studium, ganz entgegen dem Argumentarium der FDP? Denn wieviel % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet freiwillig nachts, Schicht und sowieso zu prekären Konditionen?

Vielleicht zum Sozialtarif von 20 Rappen pro Satz, dafür ist Grammatik, die Rechtschreibung & Blocksatz egal, die Bedienung der Textverarbeitung sowieso. Hauptsache es ist was zum Lesen da, die Lesenden werdens ja sowieso nicht bemerken oder nicht lesen, da sie ja auch dasselbe Schulsystem durchlaufen sind wie die Schreibenden…

Slogan: Wofür wir kämpfen...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Wofür wir kämpfen...

Oder soll es den aktuellen Generationen von SchülerInnen als abschreckendes Beispiel dienen, wie sie NICHT schreiben sollen? Analog der abschreckenden Sätze auf den Zigarettenpackungen?

Oder wollen sie die LehrerInnen entlasten und haben für sie bzw ihre SchülerInnen auf ihren Websiten plus einigen PDFs deshalb optimierte Rechtschreibekorrigier-Vorlagen erstellt?
Judihui, wer findet (zuerst) die vielen Fehler? Mir ist nicht klar, wie ich das Ganze interpretieren soll.

Untenstehendes lese ich auf der Seite “3 Gründe gegen die Bürokratie”, stutze, lasse es mir auf der Zunge vergehen und frage mich, wo ich denn meinen Drittel Einkommen an Steuern, Gebühren und Abgaben abholen gehen kann? Bei der entbürokratisierten FDP? Solcherlei kommunistischen Ansätze hegt ja nicht mal die SP oder andere linke Parteien! Hut ab vor soviel Engagement für die Steuerzahlenden dieses Staates! Aber wer das finanzieren soll…

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: es braucht klare Worte...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Es braucht klare Worte...

Was das mit den Steuern, Abgaben & Gebühren mit Bürokratieabbau zu tun haben soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Oder ist dieser Drittel im Soge der 69 Milliarden, die der UBS damals ohne Vorbehalte, Einschränkungen und bedingungslos  zugesteckt wurden, nun als kleiner Zustupf für Mittelstandsfamilien, sozusagen als Schweigegeld zu verstehen? Dafür wird nun bei den SozialhilfeempfängerInnen, AsylantInnen, etc. nun jeder ausbezahlte Fünfer mindestens dreimal geprüft, womöglich wiedermal das sonst schon bescheidene Taschengeld gekürzt, mit fünf Unterschriften versehen, um die diesbezüglich potentiell erwarteten Verluste wieder aufzufangen…

Da können wenige gierige Personen, hauptsächlich InvestmentbankerInnen die gesamte Wirtschaft an die Wand fahren, Millionen, nein Milliarden von Menschen weltweit verlieren deswegen ihren Job, rutschen Richtung Armut, finden keine existenzsichernde Stelle mehr, höchsten noch eine prekäre Anstellung auf Abruf bei voll liberalisierten Geschäften, um die Schönwetterspitzen abzudecken, ihre hart erarbeiteten Sparbatzen haben sich in Luft aufgelöst, ihre Altersvorsorge genauso… In der Schweiz wird deswegen demnächst über die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes abgestimmt, damit die Versicherungen ihre relativ hohen Aufwände weiterhin abbuchen können (ist das auch eine Art Schweigegeld, finanziert von der ewerbstätigen Bevölkerung?), die Banken werden mit Milliarden vor dem Untergang bewahrt, aber Auflagen, Auslegeordnung der Finanzen, Vorschriften bezüglich Vermögen oder Kontrollen, genau das, was bei jeder Sozialhilfebezügerin, jedem Sozialhilfebezüger im Falle von Unterstützung gnadenlos durchexerziert wird, um Scheinsozialfälle vom staatlichen Topf fernzuhalten, um “Unnötiges” nicht zahlen zu müssen, um zu sparen, nein, das gilt für Banken nicht. Okey, die bezogen damals ja auch nicht nur zwei Tausend Franken pro Monat sondern benötigten fast 70 Milliarden und zwar sofort. In der Schweiz. Weit mehr anderswo.

Mehrere Milliarden an Boni wurden unverständlicherweise kurz nach dem finanziellen Desaster ausbezahlt, sprich, die staatliche Unterstützung wurde mindestens teilweise in Boni umgewandelt und auch demnächst fliessen sie wieder, diese Anreize, mit meinem Pensionskassengeld, meinem Gesparten und dem von Millionen anderen Erwerbstätigen zu spekulieren, wieder sich Richtung Abgrund bewegen. Daraus ist exemplarisch sichtbar, wie wunderbar der von der FDP vielgepriesene “freie Markt” wirklich funktioniert…
Dafür sind die 10 Milliarden, die kaum eine Jahresrunde Boni ausmachen, die von den Banken benötigt würden, um den Sparkapitalschutz von CHF 100’000.- pro Person in der Schweiz sicherzustellen, viel zu teuer – hey Leute, ich versteh die Welt nicht mehr!
Auch heute noch werden Boni in Milliardenhöhe ausgeschüttet von der Bank die am staatlichen Topf hängt, obwohl noch nicht das ganze Geld, das eingeschossen wurde, zurückbezahlt ist! Und gleichzeitig sind die durchschnittlichen Löhne der InvestmentbankerInnen, wie ich heute in der Zeitung lese, von 271/- jährlich auf 355/- jährlich gestiegen…. ich bin da wohl voll im falschen Film?

Aus der Webseite - Slogan: Für ein liberales System...

Ausschnitt aus der Webseite - Slogan: Für ein liberales System...

Zurück zu der sprachlich liberalisierten Bürokratieabbau-Initiativen-Website der FPD Zürich. Dass mehrere Personen dran gearbeitet haben, ist aus dem pseudomaskulistischen Schreibstil ersichtlich: bei den Gebäudesanierungen sind die Frauen in knapp homöopathischen Dosen sichtbar, genauso im “Hintergrund”, bei den Ladenöffnungszeiten immerhin ab und zu, hauptsächlich dort, wo prekäre Erwerbsverhältnisse angeboten werden sind sie nicht explizit ausgeschlossen…
Aber bis zur die Kundin ist Königin hats bei weitem nicht gereicht, das wird noch ein langer steiniger Weg.

Optimistisch gesehen hat die FDP Zürich bezüglich sprachburkafreiem Deutsch ein noch etwas höheres Entwicklungspotential als bei der Rechtschreibung, Blocksatz & Textverarbeitungsbedienung! Wir können nur hoffen, dass sie diese Herausforderung genauso konsequent umsetzen will wie ihre Initiativen!
Quellenangaben
Sämtlichen hier verwendeten Textausschnitte enstammen der Webseite www.bürokratieabbau.ch und waren auch am 10. Februrar 2010 noch vorhanden – anscheinend hat sich bis anhin noch niemand an der liberalisierten deutschen Sprache gestört…


Sprachburkafrei & Geld – Spenden, Mitgliedschaften…

23/11/2009

Ich habe mich entschlossen, dieses Jahr mein Geld nur noch an Orte zu spenden, die sprachburkafrei schreiben, denn ich will nicht weiterhin mit meinem Geld die deutsche Sprachburka zementieren. Die Institutionen schreibe ich an und mache sie darauf aufmerksam.

Als erstes habe ich nun meine Gewerkschaftsmitgliedschaft gekündigt – sie machen zwar einen guten Job für ihre Mitglieder, mir reicht das jedoch nicht, denn der Punkt sprachburkafrei in den Publikationen & auf der Homepage ist mir als zahlendes Mitglied genauso wichtig und da besteht enormes Entwicklungspotential.
Erst versuchte ich es per Mail, doch als ich innerhalb einer Woche keine Antwort erhalten habe, sende ich nun den eingeschriebenen Brief.

Auch meine Krankenkasse nutz die Sprachburka ausgiebig. Als ersten Schritt habe ich mal bemängelt, dass für die Veränderung der Franchise, es nur ein Formular für Männer gibt, aber keins für Frauen.

Fortsetzung folgt…


Aldi in Sprachburkadeutsch – II

23/11/2009

Von Aldi ist in der Zwischenzeit die Antwort eingetrudelt:

Vielen Dank, dass Sie sich an uns gewandt haben.

Selbstverständlich sind mit dem in verschiedenen Tageszeitungen publizierten
Inserat auch alle unsere Kundinnen angesprochen.

Gerne nehmen wir Ihre Anregung für unsere zukünftigen Publikationen auf.

Wir hoffen, Sie weiterhin als unsere Kundin in unseren Filialen begrüssen zu
dürfen.

Freundliche Grüsse

Ihr ALDI SUISSE Serviceteam

Na ja, bin ja mal gespannt, wann das umgesetzt ist, habe entsprechend zurückgeschrieben inkl. der Aufforderung, mich zu informieren sobald es soweit ist!

Mir ist jedoch immer noch nicht klar, wie ich mich als Frau über den Umweg maskulistisch erkennen soll, da ich mich auf die Sprache und deren Logik verlassen und nicht interpretieren möchte.


Aldi in Sprachburkadeutsch

17/11/2009

Von Aldi hatte ich vor wenigen Tagen ein riesiges Inserat in den Zeitungen gelesen:

Aldi-Inserat

Liebe Kunden, wir bedauern ausserordentlich den Ausverkauf des All-in-one-PC/Entertainment-Center! Wir wurden total überrannt!

Das All-in-one-PC/Entertainment-Center mit Touchscreen war bedauerlicherweise bereits nach kurzer Zeit in allen ALDI SUISSE-Filialen ausverkauft. Aufgrund der unerwartet grossen Nachfrage haben wir beim Produzenten sofort weitere Geräte nachbestellt! Persönliche Bestellungen dieses Artikels nehmen wir in den nächsten Tagen in jeder ALDI-SUISSE-Filiale entgegen. Unsere Bestellmengen orientieren sich stets nach bestem Wissen und Gewissen an Hand unserer bisherigen Erfahrungen.

ALDI SUISSE hat am 12.11.2009 für Fr. 999.- einen Medion/Akoya-PC im Angebot. Dieser mit Touchscreen-Technologie ausgerüstete PC war bedauerlicherweise innert kürzester Zeit in allen ALDI SUISSE-Filialen ausverkauft. Da die Nachfrage die Vorräte unmittelbar nach der Ladenöffnung um ein Vielfaches überstieg, gingen zahlreiche Kunden leer aus. Wir bedauern diesen Umstand ausserordentlich. Gerne hätten wir allen Interessenten einen solchen PC verkauft. Liegt es doch im ureigensten Interesse eines Detailhändlers, den Kunden die gewünschten Produkte zu verkaufen, statt jene zu enttäuschen. Das Verkaufspersonal hat deshalb gestern in den Filialen die Kundendaten der jeweiligen Interessenten aufgenommen, um diesen bei einer Nachlieferung dennoch die Chance eines Erwerbs zu ermöglichen. Unser Verkaufspersonal wird auch noch in den nächsten Tagen Bestellungen entgegennehmen. Für Sie als Kunde ist eine solche Bestellung unverbindlich.

Aufgrund der ausserordentlichen Nachfrage haben wir bereits eine grössere Nachlieferung beim Hersteller in Auftrag gegeben.

Wir bitten alle enttäuschten Kunden um Entschuldigung! Wir werden versuchen, die Kundenwünsche mittels spezieller Nachlieferungen im Nachhinein bestmöglich zu erfüllen. Wir danken für Ihr Verständnis und für Ihre Treue!

Ihr ALDI SUISSE-Team

Auf Kundinnen will Aldi anscheinend voll verzichten, denn weshalb sonst schreibt diese Firma ihre Kundinnen nicht auch direkt und ohne Umwege an wie sie es für Kunden ganz selbstverständlich praktiziert?

Oder verwendet Aldi Sprachburka-Deutsch? Das stammt ja aus einer zum Glück verflossenen Epoche, als die (verheiratete) Frau noch Eigentum des Mannes war und nichts zu berichten hatte – in der Schweiz wurde dieser beschämende Zustand immerhin vor über 20 Jahren durch das neue Ehegesetz 1988 offiziell beendet.

Eins muss ich Aldi lassen, es ist konsequent in Sprachburka geschrieben und nicht in Pseudomaskulistisch!

Den Newsletter hab ich gleich mal abbgestellt, das brauch ich nicht, da geb ich mein Geld nicht mehr aus – hey, da braucht es eine Verifizierung fürs Abbestellen! Ich fass es nicht…

Ich habe mal geschrieben und warte nun gespannt auf die Antwort.


Werbemails in Sprachburka – II

17/11/2009

Seitens hotel24.eu ist immer noch Stillschweigen. Auch der Blick in den Spamordner hat keine Antwort zutage gefördert. Deshalb nochmals geschrieben auch an info@optivel.de, woher der ganze Sprachburka-Müll zu kommen scheint. Dafür haben die eine noble Adresse an der Bahnhofstrasse in Zürich…

news-magazin.ch sendet mir trotz vesprochener Streichung meiner Mailadresse munter weiterhin Spamletters zu. Da habe ich nachgehakt – immerhin, das mit der Sprachburka hat sich etwas gebessert!

Demoscope hat sich auch letzthin gemeldet, dass sich die/der Sehr geehrte/er Frau/Herr Eisenlohr dazu bereiterklärt habe, ihren Online-Fragebogen zu Versicherungen auszufüllen. Nur, heisse ich weder so noch habe ich mich zu irgendwas bereit erklärt.
Die Website von demoscope.ch habe ich relativ schnell und angewidert geschlossen, weil es dort nur so von Sprachburka trieft. Der Sprache nach, wollen die keine Kundinnen, können darauf verzichten, doch weshalb schreiben sie mir dann? Das verstehe ich nicht
Zudem, wo bleibt der Datenschutz, wenn ich mit Eisenlohr angeschrieben werde?
Hmmm…

Auch so ein Fall ist my-store.ch. Die versenden ihre Spamletters an mich, obwohl sie auf Kundinnen verzichten können, gemäss ihrer WebSite-Terminologie. Die versenden ihre Spamletters zudem unter Mailadressen, die nicht als Empfangsadressen gültig sind. Bin ja mal gespannt auf diese Antwort.

Bei microspot.ch habe ich mal was bestellt und an eine andere Person senden lassen. Da sind die Newsletter angeschrieben mit Sehr geehrter Herr xy… obwohl die Newslettermailadresse eindeutig als weiblich deklariert ist. Das ist in Abklärung. Mein Hinweis auf die Sprachburka, dass ich als Mann angeschrieben werde, obwohl ich mich als Frau anmelde, wurde in die technische Abteilung weitergeleitet. Mal schauen, wie das rauskommt.

Bei der Swiss bzw. Miles and More haben sie meiner Meinung nach ein krasses Datenschutzproblem. Weshalb sonst werde ich in besagten Mails immer mit Frau Brunner angeschrieben und der Prämienmeilenstand flattert regelmässig rein? Im Prinzip müssten die Schmerzenmeilen heissen oder Spammeilen. In der Zwischenzeit knapp 6000 – kann mich jedoch nicht erinnern, innerhalb der letzten paar Jahre eine geschäftliche Beziehung mit einer dieser Firmen gehabt zu haben, mal ganz abgesehen vom falschen Namen.
Habe mal dem swiss_shop@swiss.com geschrieben, der mich genauso falsch anschreibt und wo ich mich nie anmeldete. Genauso wie miles and more sowie der datenschutzbeauftragen Person von Swiss.
Von Lufthansa.com ist umgehend das Bounce-Mail zurückgekommen mit dem Hinweis, dass ich auf der Hilfe-Seite mich informieren soll, wo das hingesendet werden kann. Ich weiss aber nicht, welche Mailadresse nicht funktionierte, die ich anschrieb… Kooler Laden das!
Selbstverständlich auch in Sprachburka formulierte WebSite.

Unter Datenschutz verstehe ich, egal bei wem ich mich anmelde, ich möchte sicher sein können, dass wenn ich mich in der Mailadresse vertippe, dass nicht irgendwelche mir unbekannten Personen meine Infos erhalten oder wenn ich meine Mailadresse vergesse bzw. verliere, dass plötzlich anderen Zugang zu meinem Konto gewährt wird oder sogar deswegen unter meinem Namen handeln können.
Wie kürzlich bei Ebay geschehen.

Fortsetzung folgt!
Garantiert…


Sprachburkas & andere Burkas

09/11/2009

Sprachburkas und Kleiderburkas haben eins gemeinsam – sie verhüllen die betreffenden Frauen zur Unkenntlichkeit!

Gestern habe ich in der NZZ den Artikel zur Kleiderburka gelesen

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/widmer-schlumpf_erwaegt_burka-_verbot_fuer_musliminnen_1.3985315.html

Die Zeitung zitiert Eveline Widmer-Schlumpf folgendermassen

In einem Interview des Thurgauer Lokalfernsehens Tele D sagte Widmer-Schlumpf auf die Frage, ob sie persönlich für ein Burka-Verbot sei, sie könne sich vorstellen, «dass man sagen würde, in der Schweiz wollen wir das nicht». Die Burka, so Widmer-Schlumpf weiter, «passt nicht zu unserer offenen und gleichberechtigten Kultur». Für sie als Frau biete das Kleidungsstück einen «diskriminierenden Anblick».

Was mich an der ganzen Situation jedoch erstaunt und auch bei dem was ich selbst auf der Strasse sehe und erlebe, die verschleierten Frauen begleitenden Männer bewegen sich ganz selbstverständlich in westlicher Kleidung.
Religiösität ist demzufolge also keine Kleiderfrage.

Da die begleitenden Männer in der Schweiz nicht auf offener Strasse über die wenig Stoff tragende hiessigen Frauen herfallen, weil sie ihre Sexualität angeblich nicht im Griff haben sollen, [wobei die Gewaltbereitschafts-Ebene der richtige Ausdruck wär, denn mit Sexualität hat solches Verhalten nichts zu tun,] was ja immer wieder zu lesen ist als Grund für die (Voll-)Verschleierung der weiblichen Reize, ist deshalb als Argument auch entkräftet – wenns in der Schweiz funktioniert, weshalb soll es nicht genauso auch in Jemen, Saudi Arabien, Pakistan, Indien, Ägypten, usw. funktionieren können?
Frauen, die ihre “Reize” verschleiern, das vor 1400 Jahren vermutlich topaktuell war, und in den entsprechenden Wüstenregionen noch weiteren Zwecken diente,  reduzieren sich heute einzig auf ihre Sexualität – nicht unähnlich den Pinups, die an den Wänden einschlägiger Etablissements hängen.  Die Vielschichtigkeit einer Person bleibt auf beide Weisen voll auf der Strecke.
Dito wer kleine Mädchen unter den Schleier zwingt, obwohl sowohl Vergewaltigung wie auch Pädofilie hierzulande ein Straftatbestände darstellen. In diversen Islamischen Ländern zwar auch, doch haben dank vergewaltigungsfreundlicher Gesetze Frauen dortzulande kaum eine Chance, dass diese Gewaltausübung gegen ihre persönliche Menschenwürde und ihre sexuelle Integrität gebührend geahndet wird, da ihre Aussage nicht gleich gewichtet wird wie die des Vergewaltigers!
Sexuelle Gewalt gegenüber Frauen wird auf der ganzen Welt angewendet, unabhängig von der Kleidung der Frau.

Auch kommen TouristInnen aus muslimischen Ländern üblicherweise mit dem Flugzeug angeflogen, nutzen Mietautos, Taxi usw. also die ganze Palette der Fortbewegungsmittel des 21. Jahrhunderts. Sie kommen jedenfalls nicht auf  Kamelen oder Eseln angeritten, wie es im 7. Jahrhundert üblich war, als der Koran entstand. Weshalb wird nach Belieben auf heutiges zurückgegriffen ausser bei den Frauen, die auch heute noch patriarchalischen Regeln, Ehr- und Moralvorstellungen aus dem 7. Jahrhundert unterworfen werden?
Und Männern, die darauf bestehen und ihre Gewaltbereitschaft zum Ausdruck bringen unter dem Mäntelchen der gekränkten Ehre, was nichts anderes ist als ein Mittel zur Knechtung der Frauen. Gestandene, erwachsene Männer ehelichen züchtig verhüllte 8 oder 11 jährige Mädchen, die ihre Töchter/Enkelinnen/Urenkelinnen/Ururenkelinnen/usw.  sein könnte, zwingen sie zum Geschlechtsverkehr im Namen ihres Gottes und bringen dafür ihre Schwestern oder ihre Mutter um, sollte da mal etwas Kopfhaar sichtbar sein in der Öffentlichkeit.
Was bei uns diesbezüglich in den Zeitungen berichtet wird, von 9 Jährigen Mädchen, die sich scheiden lassen wollen oder Bilder von 50jährigen, die 11 jährige ehelichen, ist wohl nur die Spitze des Eisbergs!

Mich irritieren diese Diskrepanzen und ich kann die Logik einer solch frauenverachtender Moral absolut nicht nachvollziehen.

Auch hierzulande galten  im 7. Jahrundert andere Regeln, ein Feudalsystem mit klar patriarchalen Zügen, die Frauen hatten sich ihr Haupt zu decken, wie es in der Bibel stand und auch heute noch steht, aber ausser den Nonnen und wenigen Gruppierungen wie Amish und gewisse Gruppen von MennonitInnen, trägt in der westlichen Welt heute keine Christin mehr Kopfbedeckung. Orthodoxe Christinnen allenfalls zum Beten in der Kirche.

In der Schweiz gelten zum Glück erst mal die Menschenrechte, das Landesrecht und erst an dritter Stelle folgt das Kirchenrecht oder religiöse Recht. Und das ist auch gut so.

Diesbezüglich habe ich ein spannendes Buch gelesen von Elham Manea Ich will nicht mehr Schweigen – Der Islam, der Westen und die Menschenrechte. Sie plädiert für einen humanistischen Islam.  Für sie basiert ein humanistischer Islam auf den vier Säulen, die ich kurz zusammenfasse

  • Menschsein kommt vor Religion
    Jede Person ist in erster Linie Mensch, als Mensch frei geboren. Die menschliche Identität und die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 stehen über der Religion.  Die Religion ist untergeordnet und gehört zur Privatsfäre.
    Insbesonders in reislamisierten Gesellschaften gilt nur als gläubig, wer 5x täglich betet, den Koran nicht in Frage stellt, sich Frauen rigorosen Kleidervorschriften unterwerfen, nicht beten dürfen während der Mens, Frauen grundsätzlich nicht die gleichen Rechte zugestanden werden wie Männern, etc. Wer nur 2x oder 3x täglich betet gilt als unislamisch. Mit dem gleichen Argument gilt genauso als unislamisch, wer nicht im Namen der Religion töten will…
  • Wahlfreiheit & Rationalität
    Im Gegensatz zur ethnischen Zugehörigkeit, Hautfarbe, und Geschlecht ist nur bei Religion eine Wahl möglich, Religion kann gewechselt werden. Die schriftlich festgehaltenen religiösen Testen müssen im historischen Kontext interpretiert werden. Damals gab es noch keine Menschenrechte, das Schlagen von Frauen und Kindern war akzeptiert, Sklaverei gang und gäbe, auch hierzulande in der westlichen Welt.
    Viele heutige islamische Gesellschaftenen gestehen ihren Mitgliedern kein Recht auf die Wahlfreiheit der Religion zu.
  • Schluss mit den Denkverboten
    Die Koranverse in Frage zu stellen, ihren Inhalt genau zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen, ist für eine Reform des Islam notwendig.
    Das Wesen des Korans war und ist ein Tabu. Die Überzeugung ist, dass die Verse des Korans wortwörtlich von Gott gesagt wurden, obwohl in vielen Koransuren die gesellschaftlichen und historischen Zusammenhänge des 7. Jahrhunderts, in dem Mohammed lebte, erkennbar ist. Die Frage, wie Koranverse gesammelt wurden und welche Rolle der Profet und seine Weggefährten dabei spielten, genauso wie die Rechte von Frauen, ist heute ein verbotener Denkbereich.
  • Gleiche Rechte für Frauen und Männer
    Werden die religiösen Texte in ihrem historischen Kontext gesehen, können sie nicht mehr relevant sein, wenn es darum geht, die Belange von Familie und Staat im 21. Jahrhundert zu regeln. Eine Trennung von Staat und Religion ist dafür notwendig und dazu ist wiederum eine Auseinandersetzung mit dem Koran erforderlich.
    Ein humanistischer Islam fordert die Frauen auf, eigenständig zu denken und das Kopftuch abzunehmen, genauso wie auch das gemeinsame Beten für Frauen und Männer im grossen Saal der Moschee möglich ist ohne Einschränkung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.
    Die Religionsausübung soll nicht die soziale Ordnung einer Gesellschaft widerspiegeln, in der die Männer die Kontrolle über den öffentlichen Raum haben.

Ein spannendes Buch, das universell gilt, da es das Menschsein als wichtigstes Identitätsmerkmal betrachtet, was es ja auch ist und nicht etwas, wo eine Wahlfreiheit besteht. Kann ich weiterempfehlen. Auch wenn der Text nicht sprachburkafrei ist. Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt.
Die Autorin war auch am Radio zu hören oder über die WebSite von Radio DRS http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/perspektiven/2724.sh10076197.html
Auch aus dem Mai 2009 stammt der folgnde NZZ-Artikel http://www.nzz.ch/2007/05/09/zh/articleF3JZY.html

Ich vertrete klar die Trennung von Kirche und Staat.  Ob Minarett, Kirchturm oder sonst ein religiöses Erkennungszeichen ist egal, es ist am Schluss wichtig, wie gelebt wird, welche Werte vertreten werden, welche Moral gilt und wie sie im Alltag umgesetzt werden.
Als staatlich anerkannte Religion, wie es die Schweiz betreibt, wie sie das Geld für die Kirchen einsammelt, dürfte in einem demokratischen Staat, dem die Menschenrechte wichtig sind, auch nur solche Religionen gewährt werden, die keine Personen aufgrund einer nichtveränderlichen Eingenschaft ausgrenzen, denen Frauen und Männer die gleichen Rechte und Pflichten besitzen, sie beide als Menschen geachtet und gewürdigt werden. Auf diese Weise würden die humanistischen Strömungen aller Religionen gestärkt und die fanatischen, ausgrenzenden, hetzerischen würden klarer abgewiesen und als unerwünscht deklariert.
Männerbünde wie z.B. der nahe von Rom und anderswo, hätten weniger Grundlagen, ihre Ansichten des kontrollierenden strafenden Gottes zu verbreiten sowie ihre patriarchalen Strukturen zu zementieren sondern das würde mehr Raum einer liebenden Macht bzw. Präsenz zugestehen.

Wir haben die Wahl!

Bei der Wahl.

Weitere Artikel zum Thema Islam, Gott und Demokratie sind

http://www.beobachter.ch/familie/ehe/artikel/zwangsheirat_ich-waere-eine-schande-fuer-die-familie/ – alle schauen zu und niemand unternimmt was!

http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/artikel/islam_im-namen-allahs/

http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/artikel/standpunkt_islam-und-demokratie/

Film zum Thema

Sendung aus 3Sat Islamische Gewalt in Deutschland – in der Schweiz ist es kaum anders, siehe das aktuelle Beispiel aus dem Beobachter zum Thema Zwangsheirat..


Werbemails in Sprachburka – I

09/11/2009

Eine meiner Mailadressen wird häufig von mir wildfremden Personen benutzt – bewusst oder unbewusst. Mit dieser Mailadresse hab ich schon allerhand erlebt und werde täglich mit x Spamlettern eingedeckt – sie tarnen sich zwar als Newsletters, aber meine Einwilligung, die zu erhalten, habe ich jedoch nie gegeben!

Auch viele weitere Datenschutzverletzungen waren dabei – oder möchtest du, dass wenn du einen Tippfehler in deiner Mailadresse machst, dass plötzlich wildfremde Leute deine Mails erhalten, allenfalls übers Login der betreffenden Website auch deine Daten abfragen können, weil das mies eingestellte System einfachste Tippfehler nicht abfangen kann?

Wie ich feststellte, sind die meisten diesbezüglichen Spamletters in meist einwandfreiem Sprachburka geschrieben, das ich ab sofort als Synonym für maskulistisches Deutsch genauso wie pseudomaskulistisches Deutsch verwende.

Laufend werde ich über die entsprechende Korrespondenz hier informieren.

Letzte Woche habe ich habe zwei der Mailabsendenden angeschrieben und sie sie auf ihr Sprachburka aufmerksam gemacht. Auch, dass ich ihr Spamletter nie bestellte und dass ich an den Infos nicht interessiert sei, solange sie nur in Sprachburka angeboten werden. Mit der Schlussfolgerung, dass sie meine Mailadresse streichen sollen. Einzig die Erlaubnis erteilte ich, mich ein Mal noch zu kontaktieren, sobald ihr Angebot auch in Sprachburkafrei verfügbar ist, damit ich mir überlegen kann, ob ich den Newsletter nun aktiv bestellen will oder nicht.

hotel24@hotel24.eu
die haben bis heute noch nicht geantwortet…
Da werd ich nachhaken.

info@news-magazin.ch
die haben sofort geantwortet, sogar die Newsletterbestellseite auf Sprachburkafrei umgestellt. Aber die restliche WebSite sowie der Inhalt des Newsletters trieft von Sprachburka, das Muster siehe weiter unten.

Mich erstaunt hierbei folgender Ausschnitt aus dem Konzept

Versand
Der Newsletter wird an deutschsprachige eMail Kontakte versendet. Die Inhaber der eMail-Adressen haben sich offiziell durch das Double Opt-in Verfahren angemeldet. Dadurch werden nur Kunden den Newsletter erhalten, welche interessiert sind an Ihrer Information und Werbung.

Weshalb ich dann diesen Spamletter bekommen hab, obwohl ich daran ja gar nicht interessiert bin und definitiv auch nie meine Einwilligung dafür gegeben habe…
oder liegt es daran dass die Mailadresse klar als die einer Frau erkennbar ist?

Gibt noch viel zu tun!


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